Russland verbietet die Ausfuhr von Neongas, das für die Herstellung von Elektronikchips unerlässlich ist

von: SiliconExpert am 23. Juni 2022

Im Rahmen der ständigen Vergeltungsmaßnahmen zwischen Russland und dem Rest der Welt im Bereich des Handels hat Russland die jüngste Offensive gestartet und die Ausfuhr von Edelgasen wie Helium und Neon verboten.

 

Russland und die Ukraine besitzen 80 % des weltweiten Neonangebots

Russland und die Ukraine sind die beiden führenden Produzenten von Neongas sowie von anderen wichtigen Edelgasen wie Xenon, Krypton, Argon und Helium. Die Ukraine liefert rund 50 % des weltweiten Neonangebots aus zwei Fabriken, Ingas und Cryoin, die ihre Produktion seit dem Ausbruch des Konflikts mit Russland eingestellt haben. Darüber hinaus produziert Russland weitere 30 % des weltweiten Neonangebots.

75 % der gesamten weltweiten Neongasproduktion wird von der elektronischen Halbleiterindustrie verwendet. Der Verlust des Zugangs zu den russischen und ukrainischen Edelgaslieferungen könnte zu massiven Störungen in der Chipherstellung führen, wenn keine Alternative gefunden wird.

 

Edle Gase - unverzichtbar für die Chip-Fertigung

Edelgase sind ein entscheidendes Element bei der Herstellung von Halbleiterchips, da sie hochpräzise Laser zum Ätzen von Mikrochips antreiben. Der Verlust des Zugangs zu Russlands Edelgaslieferungen hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Chipfertigung und würde die Lieferkette der Elektronikindustrie weiter stören.

Neon hilft insbesondere bei der Erzeugung von tief ultraviolettem (DUV) Licht, das bei der Lithografie von Chips verwendet wird und ein Muster in der Siliziumstruktur erzeugt. DUV-Laser sind der Industriestandard in der Halbleiterherstellung. Die Wellenlänge des Lichts, das in diesem Fotolithografieverfahren verwendet wird, bestimmt die kleinste Strukturgröße des Chips.

Internationale Auswirkungen durch das Neongasverbot

Da Länder auf der ganzen Welt daran arbeiten, ihre heimische Chipherstellung hochzufahren, wird die Nachfrage nach Neongas wahrscheinlich weiter steigen.

Das russische Neon-Exportverbot und der damit verbundene Preisanstieg werden sich auf eine Reihe von Unternehmen auf der ganzen Welt erheblich auswirken. Dies gilt insbesondere für Samsung Electronics in Südkorea, da das Unternehmen in hohem Maße von Neongaseinfuhren abhängig ist. Nach Angaben von BusinessKorea ist Südkorea zu 100 % von importiertem Neongas abhängig, wobei 23 % aus der Ukraine und 5 % aus Russland stammen.

Infolge des russischen Verbots wird China wahrscheinlich zum Lieferanten der weltweiten Nachfrage nach Neongas werden. 

Unterbrechung der Neon-Lieferkette & Neongasmarkt

Da die weltweite Neonversorgung gestört ist, bewerten Hersteller und Chiphersteller die Neon-Lieferkette neu. Neue Marktteilnehmer tauchen auf dem Neongasmarkt auf: Air Liquide, Linde, Messer, Iceblick, Air Products, Air Water, Core Gas, Wuhan Steel, Matheson Tri-Gas, Baosteel und andere.

Der Neongasmarkt wird bis 2025 voraussichtlich etwa 61 Millionen USD erreichen.

 

Minderung von Risiken in der Lieferkette durch Überwachung kritischer Situationen

Es ist wichtig, Hersteller und Unternehmen genau zu beobachten, wie sie auf Ereignisse reagieren, die sich auf die Weltwirtschaft auswirken können. Wir beobachten insbesondere Unternehmen und Produktionsstätten, die in Russland oder der Ukraine angesiedelt sind oder in engem Zusammenhang mit diesen Ländern stehen, um Ihnen zu helfen zu verstehen, wie Ihr Unternehmen betroffen sein könnte.

Da Neongasangebot, -nachfrage und -preise schwanken, wird sich dies auf den Preis und die Verfügbarkeit von Mikrochips auswirken. Mit einem BOM Manager, der Zugang zu Berichten über das Risikomanagement in der Lieferkette und über Bestandsrisiken hat, haben Sie einen umfassenden Überblick darüber, wie Ihre Teile betroffen sind und ob Sie nach Alternativen suchen müssen.

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